Aktuelles Update: Der Israel-Iran Krieg/Konflikt

Gary Kaplan
Mar 22, 2026
Bombenschutzraum in Tel Aviv | Foto: Shutterstock

Aktueller Überblick:

Am 28. Februar griff Israel gemeinsam mit den USA den Iran an. Der Angriff folgte auf einen Geheimdienstreport, dessen Angaben nach der Iran angereichertes Uranium besitze, welches zum Bau von etwa elf Nuklearsprengköpfen dienen könnte. Jahrzehntelange Nachforschungen über das iranische Bestreben, sein Nuklearprogramm voranzutreiben, wiederholte Weigerungen Irans, substanzielle Beschränkungen zu akzeptieren sowie der Ausweitung iranischer Raketenprogramme und regionaler Proxy-Strukturen sind Netanyahu und Trumps Hauptargumente für den Angriff. Die Sorge, dass der Iran inzwischen die technologische Fähigkeit zur Herstellung mehrerer nuklearer Sprengköpfe erreicht haben könnte, schuf ein Umfeld, das Washington und Jerusalem zu entschlossenem Handeln veranlasste.

Ein weiterer Faktor für das verstärkte Engagement der USA war die gewaltsame Unterdrückung der iranischen Zivilbevölkerung durch das Regime. Während der landesweiten Proteste  Anfang Januar 2026 setzten Sicherheitskräfte – darunter auch Einheiten der Revolutionsgarden IRGC – rechtswidrige Gewalt und scharfe Munition ein und töteten tausende Demonstrierende. Dieses Muster tödlicher Repression verdeutlichte die zunehmende Instabilität des Regimes und beeinflusste maßgeblich die Bewertung der sich zuspitzenden Krise.

Die aktuellen Angriffswellen richten sich demnach insbesondere gegen militärische Infrastruktur, Führungspersonal und operative Fähigkeiten der Islamischen Revolutionsgarden IRGC.

Der Angriff löste eine der schwerwiegendsten Eskalationen aus, die die Region in den letzten Jahrzehnten erlebte. Die Angriffswellen fokussieren sich auf militärische Infrastruktur des Regimes sowie auf Schlüsselpersonen der Islamischen Revolutionsgarden (IRCG).

Städtische Mitarbeiter in Tel Aviv und Anwohner begutachten die Schäden zwischen Trümmern und zerbrochenem Glas. Auf der Straße laufen Aufräumarbeiten, während das Gebiet weiterhin abgesperrt ist | Foto: Shutterstock

Die Nordfront: Eskalationen zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon

Auch die Hisbollah als einer der der handlungsmächtigsten proxy-Akteure des Iranischen Regimes haben sich in den Krieg eingeschaltet: Durch massiven Raketenbeschuss auf Ortschaften im Nordens Israels besteht dort eine dauerhafte Ausnahmesituation für die Zivilgesellschaft.

Der bisher größte Angriff bestand aus rund 200 Raketen sowie etwa 20 Drohnen, die in einem mit dem Iran koordinierten Angriff auf Nordisrael abgefeuert wurden. Insgesamt hat die Hisbollah seit Beginn des Konflikts über 1.000 Raketen, Drohnen und weitere Geschosse auf Israel abgefeuert.

Im Libanon wächst derweil der innenpolitische Druck. Viele Bürgerinnen und Bürger kritisieren, dass die Hisbollah das Land erneut in einen Krieg zieht. Regierung und Teile des politischen Establishments betonen zwar immer wieder, dass Entscheidungen über Krieg und Frieden ausschließlich dem Staat vorbehalten sind – jedoch fehlt dem Libanon seit Jahren sowohl die politische als auch die militärische Fähigkeit, die Hisbollah zu entwaffnen beziehungsweise deren Handlungsmacht einzudämmen.

Die Regierung Frankreichs versucht derzeit direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zu ermöglichen.

„In Reaktion auf die Eröffnung einer neuen Front durch die Hisbollah mobilisierte Israel tausende Reservisten an die israelisch-libanesische Grenze. Nach der Mobilisierung greift Israel Stellungen der Hisbollah im Südlibanon an und drängt sie weiter nach Norden zurück.“

Auswirkungen auf die israelische Zivilgesellschaft

Nationaler Notstand: Israel befindet sich weiterhin unter landesweiten Notstandsregelungen. Schulen sind geschlossen, und Krankenhäuser haben ihre Aktivitäten in unterirdische Schutzräume verlegt, um die Sicherheit der Patient_innen zu gewährleisten.

Zivile Opfer: Obwohl das Luftabwehrsystem und regionale Partner viele Geschosse abfangen, hat die enorme Menge der Angriffe von über 920 Raketen und hunderten Drohnen aus dem Iran und dem Libanon bereits zu zahlreichen Verletzten und tragischen Todesfällen geführt.

Kinder spielen in einem unterirdischen Parkplatz, der als Schutzraum genutzt wird | Foto: Shutterstock

Die Rolle der Histadrut

Die Histadrut steht während dieser Krise an vorderster Front beim Schutz der Arbeitnehmer_innen.

Der Schutz der Beschäftigten und die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur stehen aktuell im Vordergrund der Arbeit. Als größte Arbeitnehmerorganisation des Landes fungiert sie als stabilisierende Instanz, insbesondere in Zeiten, in denen Raketenangriffe das Alltagsleben stark beeinträchtigen.

Sicherung systemrelevanter Bereiche

Die Histadrut setzt sich dafür ein, dass wesentliche Sektoren wie Gesundheitsversorgung, Energie und Transport auch unter Kriegsbedingungen funktionsfähig bleiben. Sie fordert von Arbeitgebern die konsequente Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und unterstützt Beschäftigte, die aufgrund der Notlage mit Unterbrechungen ihrer Arbeit oder komplexen arbeitsrechtlichen Fragen konfrontiert sind – sei es durch rechtliche Beratung, arbeitsbezogene Hilfeleistungen oder soziale Unterstützung.

Aktivierung des Notfall‑Sicherungsnetzes

Parallel dazu hat die Histadrut erneut ihr Notfall-Sicherheitsnetz aktiviert – eine Praxis, die erstmals während des Israel–Iran‑Krieges im Juni 2025 eingeführt wurde. Dieses Programm richtet sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die infolge von Raketen- oder Drohnenangriffen ihre Wohnungen verlassen mussten.
Im Rahmen der laufenden Operation „Lion’s Roar“ stellt die Histadrut über einen speziell eingerichteten Entschädigungsmechanismus eine Soforthilfe in Höhe von 7.000 NIS für Mitglieder bereit, die  obdachlos wurden. Damit unterstreicht sie ihren Anspruch, auch in extremen Ausnahmesituationen ein verlässliches Sicherheitsnetz für die arbeitende Bevölkerung zu gewährleisten.

Würdigung von Mary Anne de Vera

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Histadrut dem Schicksal von Mary Anne de Vera, einer 33‑jährigen Pflegekraft aus den Philippinen, die bei einem Raketenangriff in Tel Aviv ums Leben kam, während sie ihren Patienten schützte. Ihre Anerkennung als Terroropfer ermöglicht staatliche Unterstützung für ihre Familie. Dieser Fall steht exemplarisch für den Anspruch der Histadrut, alle Beschäftigten in Israel zu vertreten – ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres Status.iche Unterstützung für ihre Familie. Dieser Fall steht exemplarisch für den Anspruch der Histadrut, alle Beschäftigten in Israel zu vertreten – ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres Status.

Mary Ann De Vera, ihr Andenken sei gesegnet

Ausblick

Militärvertreter_innen gehen davon aus, dass der Konflikt noch mehrere Wochen andauern könnte. Die Hauptziele sind die Ausschaltung nuklearer Bedrohung, sowie die Beschränkung der Handlungsmöglichkeiten regional aktiver Milizen, wie der Hisbollah

Erstellt für die Histadrut von FES-Israel.